Fachgruppenexkursion in den Kalksteintagebau des Zementwerks Deuna am 2.Juni 2024

02.06.2024

 

Ziel der Anfang Juni in den Kalksteintagebau Deuna führenden Exkursion war es, das hier 2023 festgestellte Brutvorkommen der Heidelerche (Lullula arborea) zu bestätigen. Leider verhielt sich das Wetter an diesem Sonntag ganz und gar nicht der Jahreszeit entsprechend, weshalb wahrscheinlich nur fünf Naturfreunde der Einladung gefolgt waren. Vom Werkseingang her war zu erkennen, dass das Dünplateau vollständig in Dunst gehüllt war. Umso erfreulicher war die relativ gute Sicht im Tagebau selber.Gleich zu Beginn konnten wir im Bereich des vorjährigen Vorkommens die Heidelerche bestätigen. Mindestens sechs Individuen wiesen auf einen möglichen Bruterfolg hin. Der Gesang war nur kurz zu hören, erfreute aber die Teilnehmer, die ja deswegen gekommen waren. In die gleiche Zeit fallen auch Meldungen zu dieser Art von Mario Grebenstein, der etwa drei Brutpaare bei Montagearbeiten in der unweit von Deuna liegenden Forstbaumschule Breitenworbis festgestellt hat. Ein Grund mehr, auf das Vorkommen der Art im Eichsfeld zu achten, die vielleicht auf entsprechenden Flächen in der Ausbreitung ist.

Im weiteren Verlauf der Exkursion konnte auch das jetzt weiter westlich angesiedelte Vorkommen des Flussregenpfeifers (Charadrius dubius) bestätigt werden. Durch die ergiebigen Regenfälle haben die Jungvögel der wahrscheinlich zwei Brutpaare in diesem Jahr bessere Überlebenschancen, da in den vergangenen Jahren die meisten Tümpel trockengefallen waren. Gleiches gilt auch für die Larven der Amphibien, die in Tümpeln und Fahrrinnen in großer Anzahl angetroffen wurden.

Der Exkursionsleiter stellte die Projekte Wiederaufforstung der aufgelassenen Abbaubereiche und die Amphibienschutzmaßnahmen in Zusammenarbeit mit der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg (Einbau von Betonbecken am Gewässergrund) und weiterer Forschungseinrichtungen vor. Auch die weitere Abbauplanung wurde von ihm erläutert.

Weiterhin beobachtet wurden Feldlerchen (Alauda arvensis) auf den aufgelassenen Freiflächen und zahlreiche fütternde Baumpieperpaare (Anthus trivialis) in den Wiederaufforstungsflächen.

Nicht beobachtet wurden an diesem Tag Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola) und Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe), die gewöhnlich als Einzelbrutpaare im Tagebau anzutreffen sind.

Insgesamt wurde von den Teilnehmern nach einer ca. zweistündigen Wanderung von Ost nach West auf der sogenannten zweiten Sohle eine durchaus positive Bilanz zu den besonderen Vorkommen von Vogel- und Amphibienarten gezogen, die im Sekundärbiotop Tagebau einen wertvollen Lebensraum gefunden haben.

 

Georg Pfützenreuter

 

Bild zur Meldung: Flussregenpfeifer – Brutvogel im Westfeld. Foto: G. Pfützenreuter (02.06.2024)

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Fachgruppenexkursion in den Kalksteintagebau des Zementwerks Deuna (02.06.2024)