Bericht zur FG-Exkursion am 24.08.2025 nach Klettstedt (UH-Kreis)
Ein Reha-Aufenthalt 2024 in Bad Tennstedt war Anlass für mich, ornithologische Erkundungen in der näheren Umgebung durchzuführen. Bekannt waren mir Meldungen im Ornitho-Portal zu regelmäßigen Durchzugsbeobachtungen von Schwarzmilanen und Weihen-Arten im August bei Klettstedt. Durch den örtlichen Jagdpächter erfuhr ich von einer erfolgreichen Wiesenweihenbrut auf einer Ackerfläche südlich des Dorfes.
So fuhren wir zielgerichtet am Sonntag, dem 24.08.2025, mit vier Vereinsfreunden vom Treffpunkt Hüpstedt aus zur Hochfläche bei Klettstedt. Die übersichtliche Feldflur ist recht gut durch zahlreiche Feldwege erschlossen, so dass ein schnelles Agieren bei der Vogelbeobachtung möglich ist. Trotz zahlreicher Windkraftanlagen wird das Gebiet augenscheinlich nicht von Zugvögeln gemieden.
Bereits auf dem Hinweg konnten wir einen Trupp von etwa 20 Schwarzmilanen, teilweise mit Rotmilanen vergesellschaftet, in einem Feldgehölz bei Billeben (südlich von Ebeleben) beobachten.
In Klettstedt angekommen konnten wir auf den Ackerflächen sitzend zahlreiche Weihen in verschiedenen Altersstadien ausmachen. Auch Schwarzmilane, einzelne Rotmilane und Großmöwen waren zu sehen, wenngleich kein regelmäßiger Durchzug wie 2024 zu beobachten war. Die Beobachtung von Wiesenweihen erfordert durch deren Unstetigkeit eine gewisse Flexibilität. So gelang uns durch schnellen Standortwechsel der Nachweis von fünf Individuen, darunter auch mindestens einem im Jugendkleid.
Rohrweihen wurden insgesamt fünfzehn gezählt. Schwarzmilane waren es etwa zwanzig, weiterhin acht Mäusebussarde und fünfzehn Turmfalken auf einer Fläche von ca. vier Quadratkilometern. Das Gebiet scheint aufgrund seiner exponierten Lage ein Hotspot regelmäßigen Durchzugs dieser Arten zu sein und damit ein sehr attraktives Beobachtungsgebiet.
Auch weiter südlich, wo die Hochfläche zum Unstruttal bei Nägelstedt abfällt, kam es zu interessanten Beobachtungen: drei Schwarzkehlchen, ein Steinschmätzer, etwa 30 Schafstelzen im Jugendkleid und zwei Neuntöter. Bekannte Rufe lenkten unsere Aufmerksamkeit auf ein nahes Luzernefeld und die darüber verlaufende Stromtrasse.
Etwa 20 Bienenfresser sammelten sich hier und jagten nach Insekten. Vereinsfreund Frank Pätzold, der von Mühlhausen aus zu uns gestoßen war, informierte uns über die diesjährigen Brutplätze dieser Art ganz in der Nähe und lieferte damit die Erklärung für diese ungewöhnliche Beobachtung.
Bild zur Meldung: Bericht zur FG-Exkursion am 24.08.2025 nach Klettstedt (UH-Kreis)